Einander auf dem Weg der Versöhnung halten

Liebe Gemeinde,

rund ein Drittel dieser langen Reihe von Sonntagen nach Trinitatis haben wir jetzt hinter uns, heute ist der siebte von 23. Nicht mehr ganz so weit bis zum nächsten Advent. Ein Drittel, da kann man sich vielleicht noch mal kurz erinnern lassen worum es da eigentlich geht in dieser Trinitatis-Zeit.

Und unsere Lesung eben [Philipper 2,5-11] hat das auch getan. Nämlich: Es geht darum, in unserem eigenen Leben durchzubuchstabieren, was Christus uns in seinem Leben vorgelebt hat; und mehr noch: das in unserem Alltag zu feiern, was er uns dadurch geschenkt hat. Ein Leben nämlich, das Weiterlesen

Wie bloß kommt die Freude an?

„Herr, gib uns Mut zum Hören, gib uns Mut zum Glauben“ – ob es daran manchmal mangelt? Ja, manchmal muss man sich schon zusammennehmen, um da noch zuzuhören. Beim Asylstreit zwischen Angela Merkel und der CSU. Man versteht die Worte, merkt aber, sie sagen gar nicht, worum es wirklich geht. Und am Ende gewinnt nur die Politikverdrossenheit und gewinnen nur die Extremen, die denen rund um die Mitte nichts mehr glauben.

„Herr, gib uns Mut zum Hören, gib uns Mut zum Glauben“ – wir könnten fragen: Wohin sollen wir denn hören, Herr, und woran sollen wir denn glauben? Und vielleicht sagt er uns: Glaub weiter daran, dass ich rede, dass ich diese Welt nicht aufgebe, höre hinein in die Stimmen der Welt und entdecke die, die für Freiheit und Liebe reden!

Hinhören und entdecken. Und dann auch mutig vorangehen. Oder sogar fröhlich. Uns ist heute eine Geschichte vorgeschlagen, die davon erzählt. Weiterlesen

Auf der Schwelle, und wie weiter? Auf jeden Fall gesegnet!

Liebe Gemeinde,

Gott „feiern und loben, hier miteinander oder dort wo wir leben.“ Das singen wir an einem Sonntag, der sich wie kaum ein anderer nach Aufbruch und Abschied und Verheißung auf ein Wiedersehen voller neuer Eindrücke anfühlt: nein, nicht der erste Sonntag nach dem WM-Aus, sondern der letzte Sonntag vor den Sommerferien. In den nächsten Wochen wissen wir uns verstreut. Wenigstens für eine Zeit. Für die Urlaubszeit.

Natürlich, wir bleiben uns erhalten. Trotzdem hat dieser Sonntag seine besondere Atmosphäre. Es ist irgendwie ein Schwellensonntag. Ein Sonntag, an dem was los geht. An dem sich auch was ändert für die, die Weiterlesen

Alles geben – aber wofür? (Familiengottesdienst)

Liebe Gemeinde,

„was ist mir das Wichtigste im Leben, wofür gebe ich alles?“ Wow, also, wenn Ihr im Kindergarten immer so große Fragen stellt – alle Achtung! Da kann dann im Leben schon nicht mehr so viel schiefgehen, wenn man solche Sachen schon mal geklärt hat. Man stellt sich eher vor, die Kinder, die wir heute aus dem Kindergarten verabschieden, würden jetzt ziemlich zielstrebig durchstarten, wenn das schon mal gleich geklärt ist: was mir das Wichtigste im Leben ist, das, wofür ich alles gebe, alles einsetze.

Hören wir noch mal die kurze Geschichte, wie Jesus sie erzählt hat:

Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

Der Kaufmann und die Perle. Ist das nicht eine komische Geschichte für so einen wie Jesus? Ich meine, die Welt der Großfinanz, Weiterlesen

Ich bin gefragt (5/5) – Christus auch in den Schmerz der Welt folgen

Liebe Gemeinde,

ich fange noch mal woanders an: Ich habe in dieser Woche im Radio von einer Untersuchung gehört. Die haben da untersucht, welchen Effekt Chorgesang auf die Menschen hat. Sie haben das natürlich medizinisch untersucht. Hirnströme, Herzfrequenz, Lungenvolumen, solche Sache halt. Und heraus kam, tätä: Singen tut gut! Und noch besser tut Singen im Chor.

Das wussten wir nicht, da müssen wir jetzt alle umdenken. Singen tut gut. Ist gesund für Leib und Seele. Das hat die Forschung jetzt gezeigt. Und ich dachte aber auch: Auch dafür brauchen wir jetzt also Messergebnisse. Und wahrscheinlich wird jetzt der Besuch von Chören sprunghaft ansteigen. Nachdem wir nun mit echten Zahlen bewiesen bekommen haben, dass Chorsingen gesund ist.

Wir leben im numerischen Zeitalter. Was nicht zählbar ist, gibt es nicht. Manchmal finde ich das merkwürdig. Dass man Weiterlesen

Liebe und Wahrheit, guter Cop und böser Cop?

Liebe Gemeinde,

die berühmte Frau am Jakobsbrunnen. Alles fing mit einem Schluck Wasser an. Und wie es dann so geht: An dem Schluck Wasser hat sich eine theologische Diskussion entzündet. Aber dann nimmt das Gespräch Fahrt auf – und zwar in Richtung einer Tiefe, die die Frau schier überwältigt. Nichts hatte sie darauf vorbereitet. Aber dann ist alles daraus gefolgt: endlich einmal die Wahrheit über sich selbst ansehen; endlich einer, der sie so sehr liebt, dass sie sich das auch traut; und endlich raus aus der Einsamkeit, dem Verstecken vor den anderen.

Und das alles nur wegen einer einfachen Frage. „Magst du deinen Mann hier dazuholen?“ Oder eher einer einfachen Bitte: „Hol doch mal deinen Mann hier dazu.“ Eine fast schon prophetische Bitte. Prophetisch in dem Sinne, dass Weiterlesen

Du kannst das!

Liebe Schwestern und Brüder,

kein Bruder wird mehr den andern lehren, der neue Bund macht alle gleichermaßen unmittelbar zu Gott. So haben wir es eben bei Jeremia gehört. Niemand wird dem anderen mehr sagen, was er zu tun oder zu lassen hat. Dass Tanzen zur Unkeuschheit führt und Karten spielen zum lockeren Leben und beides zum Abfall von Gott, das Weiterlesen

Ich bin gefragt (4/5) – Wie weit will ich gehen?

 

Liebe Gemeinde,

„nimm mein Leben“ haben wir gesungen. Vierter Teil unseres fünfteiligen Glaubenskurses. „Nimm mein Leben“ – hat Euch nicht aber auch ein bisschen der Atem gestockt bei diesem Lied? Nimm mein Leben – sind wir uns da sicher? Ich meine, zu wem würden wir das wirklich sagen?

Kein Arbeitgeber würde das von uns hören, auch wenn er das vielleicht wollte. Ganzer Einsatz, ja. Aber nicht das ganze Leben. Wahrscheinlich würden wir das noch nicht mal unserem Partner, unserer Partnerin sagen: Mein ganzes Leben gehört dir. Eltern kleiner Kinder haben vielleicht den Eindruck, Weiterlesen

Kraft haben – aber wofür bloß?

 

Liebe Gemeinde,

wer hat in diesem Jahr schon mal im biblischen Buch der Richter gelesen? Hm, kein Wunder. Zu abgelegen und zu speziell sind die Geschichten da. Sie stammen aus einer Zeit, als Israel noch keinen König hatte. Statt dessen sind immer wieder einzelne Leute aufgestanden und haben die Führung übernommen. Sie nannten man die Richter.

Die meisten Namen dieser Richter werdet ihr noch nie gehört haben: Otniel, Ehud, Schamgar zum Beispiel, und, ja, auch eine Frau war mal dabei, Debora hieß sie. Gideon kennt man vielleicht noch. Und dann eben Samson. Oder Simson. Der sich die Philisterin Delilah zur Frau genommen hat.

Wer war Simson? Manche übersetzen seinen Namen mit „Sönnchen“. Für seine Mutter war er sicher ihr „Söhnchen“. Das schon nicht mehr erwartete Kind, und dann doch noch, wir kennen das Prinzip. Der Sohn dann: von Anfang an Gott geweiht und zu besonderem Lebenswandel verpflichtet. Und dafür als Zeichen: sich nie die Haare schneiden.

Simson / Samson, er lebte ein wüstes Leben. Psychologisch hochinteressant, moralisch extrem fragwürdig. Weiterlesen