Was sind »Baptisten«?

Eine Kurzinformation

Die Baptisten gehören zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG). Er ist mit 88.000 Mitgliedern in 900 Gemeinden die größte Freikirche. Als Freikirche ist der BEFG unabhängig vom Staat. Es wird keine Kirchensteuer erhoben. Sämtliche Aufwendungen - von den Gehältern der Pastoren, über den Bau und Unterhalt der Kirchen und Gemeindehäuser bis zur Unterstützung für Menschen in Not - werden aus Spenden und freiwilligen Beiträgen der Mitglieder bestritten. Viele geben zehn Prozent ihres Einkommens und mehr. Verbindliche Richtschnur für alle Aktivitäten ist die Bibel.

Weltweit sind die Baptisten die größte evangelische Kirche. Besonders stark verbreitet sind Baptisten in den USA und in Russland, aber auch in Asien und Afrika gibt es zahlreiche Gemeinden.

Baptisten - ein Schimpfwort wird »Markenzeichen«

Baptisten gibt es seit dem 17. Jahrhundert. Sie entstanden unter englischen Religionsflüchtlingen in Holland, die sich dem Staatskirchentum verweigerten und Gemeinden von Gläubigen bilden wollten. Ihren Namen "Baptisten" (Täufer) erhielten sie von ihren Gegnern, weil sie die Kindertaufe als unbiblisch ablehnten und Gläubigentaufen praktizierten.
Die erste deutsche Baptistengemeinde wurde 1834 von dem Kaufmann Johann Gerhard Oncken in Hamburg gegründet. Zuvor hatte er sich zusammen mit fünf Freunden in der Elbe von einem baptistischen Theologen aus Amerika taufen lassen. Durch die Tätigkeit Onckens als Bibelverbreiter kam es vielerorts zur Gründung von Gemeinden taufgesinnter Christen. 1849 wurde ein Gemeindebund ins Leben gerufen. Er hat heute seinen Sitz und seine Geschäftsstelle, das Bundesmissionshaus, in Elstal bei Berlin.

Der BEFG - ein Dach für viele Aktivitäten

In seinen diakonischen Einrichtungen kümmert sich der Bund (BEFG) um hilfsbedürftige Menschen: Kranke, Alte und Behinderte. Zum Bund gehören drei Diakoniewerke mit über 7.000 Mitarbeitern. Es gibt baptistische Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime, Tagungsstätten, Studenten- und Obdachlosenwohnheime.
Weil Baptisten davon überzeugt sind, daß Deutschland Missionsland ist - nur die wenigsten Bundesbürger gehen sonntags in einen Gottesdienst -, betreiben sie eine "Heimatmission". Ihr Ziel ist es, daß in jedem Ort mit mehr 10.000 Einwohnern eine lebendige Gemeinde existiert.

Nationale und internationale Kontakte

Die Baptisten unterhalten viele Kontakte zu anderen Kirchen, Freikirchen und internationalen Organisationen. "Jesus Christus baut seine Gemeinde in verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften", heißt es in einer BEFG-Bekenntnisschrift.
Sie engagieren sich in der Deutschen Evangelischen Allianz und gehören zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Sie arbeiten auch in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen mit. Ebenfalls sind sie in der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) vertreten, einem Zusammenschluß mit 750.000 Mitgliedern in fast allen Ländern Europas und dem Nahen Osten. Sie gehören auch zum 1905 gegründeten Baptistischen Weltbund (BWA). Er repräsentiert heute rund 50 Millionen Mitglieder und 100 Millionen Gottesdienstbesucher.


Quelle: Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden BEFG