Grüne Knospen feiern statt welkende Blätter zu beklagen

Liebe Gemeinde,

ja, was wäre dann wohl, fragt Lothar Zenetti: Vierzig Minuten Gott in Frankfurt-Sachsenhausen. Der Platz rund ums Affentor von seiner Herrlichkeit erfüllt. Zenetti vermutet: eine staunende Menge und stauende Autos mit genervt hupenden Fahrern, die wieder mal nicht begreifen. Und dann löst sich alles wieder auf. Und ist der Atheismus danach überwunden, wenigstens in Frankfurt-Sachsenhausen?

Vermutlich nicht. Das wird wohl so auch nicht gehen. Und auch nicht durch die Geburt eines Kindes. Ja, man weiß nicht, was aus der Welt geworden wäre, wenn dieses Kind nicht geboren wäre. Aber ein bisschen weniger Weiterlesen

Aufwachen! Damit oder weil es hell wird?

Liebe Gemeinde,

nach durchwachten Nächten den Himmel sich langsam aufhellen zu sehen, das ist immer eine irgendwie besondere Erfahrung. Und natürlich kann sich das auch unterschiedlich anfühlen. Bei Tagesanbruch aus dem Club zu kommen ist etwas anderes, als auf einer Wanderung draußen wegen schlechten Wetters nicht richtig geschlafen zu haben und erleichtert wieder etwas sehen zu können. Einmal verbrachte ich als Jugendlicher eine Nacht auf dem Picadilly Circus in London und sah die Stadt einschlafen und aufwachen. Und noch mal etwas anders ist, an einem Krankenbett zu wachen und wenn dann die Sonne endlich wieder das glimmende Licht in einem selbst unterstützt.

Über das Licht freut sich besonders, wer Weiterlesen

Ja, wie kann man sich da denn NICHT vorfreuen und vorbereiten? (Ewigkeitssonntag)

Liebe Gemeinde,

was brauchen wir an diesem Tag, am Ewigkeitssonntag? Was wäre gut zu hören? Etwas Tröstliches wäre gut, wenn wir heute um einen Menschen trauern. Etwas Hoffnungsvolles wäre gut, wenn wir heute an unser eigenes Ende denken. Zum Beispiel etwas, das uns sagt: Das Ende ist nicht das Ende.

Ja, vielleicht sogar etwas, das uns sagt: Das Beste wartet überhaupt erst noch. So etwas wie das Lied, das wir eben gesungen haben. „Wacht auf! Der Bräutigam kommt! Das Fest beginnt!“ Wenn wir wüssten: Unsere Verstorbenen haben das gehört. Wenn wir wüssten: Auch wir werden das hören!

Aufwachen, der Bräutigam kommt, es geht los! Jesus erzählt uns so eine Geschichte. Weiterlesen

Unser Geliebter komme in seinen Garten! (Israel-Gottesdienst)

Liebe Gemeinde,

der Shalom-Chor wendet sich der Liebe zu. Zwei Stücke in unserem Gottesdienst heute kreisen um dieses Thema. Eben haben wir die Vertonung eines Verses aus dem biblischen Hohelied gehört. Dem Liebeslied schlechthin, und das in der Bibel! Und gleich wird der Chor ein Hochzeitslied singen. Aber wer heiratet denn da?

Ja, das ist die Frage. Im Hohenlied, was geschieht denn da? Darüber wollen wir jetzt noch ein wenig nachdenken. Das Hohelied: Ein Mann und eine Frau sind fasziniert voneinander. Sie suchen einander, sie locken einander. Sie kommen zueinander und sie fliehen, sie finden sich und sie verlieren sich. Und Wächter gibt es, die sie voneinander fernhalten wollen. Hochdramatisch das alles. Und, ja, immer wieder auch hocherotisch.

Aber um wen geht es da denn jetzt? Weiterlesen

Mit Gott wohnen in dieser Welt (Gottesdienst mit MICHA Deutschland)

Liebe Gemeinde,

„Gott macht keinen Müll“, so lautete das Jahresthema der MICHA-Initiative. Ich muss sagen, Gott und Müll, das habe ich bisher noch nicht zusammen gedacht. Tatsächlich ist das ja auch irgendwie nicht zusammen denkbar, oder? Schließlich: Wer die Dinge aus dem Nichts schafft, verbraucht dabei keine Ressourcen. Im Gegenteil: er schafft Ressourcen, die vorher noch gar nicht da waren.

Gott macht keinen Müll. Und das soll uns einladen, auch keinen Müll zu machen. Also, weniger wenigstens. Denn gar keinen Müll machen, das haben zuletzt vielleicht Adam und Eva geschafft, im Paradies.

Wieso komme ich jetzt auf Adam und Eva? Weiterlesen

Es soll Leben sein, trotz alledem!

Liebe Gemeinde,

wir haben gesegnet, wir haben getauft. Wir haben neues Leben gefeiert. Wir haben neuen Glauben gefeiert. So viel Anfang! So viel neuer Weg, der vor Clara liegt – und vor ihren Eltern und ihren Geschwistern! So viel neuer Weg, der vor Lafta liegt – und vor uns als Gemeinde, seinen Geschwistern!

Wir feiern all diese Anfänge heute unter dem Regenbogen. Seit biblischen Zeiten ist er Symbol für Gottes Treue. Für seine Zusage: Alles soll leben! Unter dem Regenbogen gehen wir los, unter dem Regenbogen gehen wir, unter dem Regenbogen gehen wir hindurch. Warum noch mal? Wegen der Geschichte, die uns für den heutigen Sonntag vorgeschlagen ist.

Wir hören aus dem Anfang der Bibel, aus dem 1. Buch Mose, aus der Ur-Geschichte, aus der Geschichte also, die immer geschieht. Ich lese Weiterlesen

Christus am Kreuz unseren Unfrieden nehmen lassen (Projektwochenende Christlicher Sängerbund)

Liebe Gemeinde,

ich weiß gar nicht, ob ich über den Frieden jetzt auch noch predigen soll. Wir haben von den Sängern und Musikern und von Paulus in den beiden Lesungen so viel schon über den Frieden gehört. Hat er sich am Ende vielleicht schon ganz von alleine in Euch ausgebreitet?

Und vielleicht hat er sich ja auch schon so in uns ausgebreitet, dass er sich auch unter uns ausgebreitet hat? Und, wer weiß, vielleicht hat er sich durch die Musik und die Worte, gesungen und eben auch die Bibel gesprochen, vielleicht hat er sich schon so in uns und unter uns ausgebreitet, dass er auch mit uns gehen wird in unseren Alltag und sich da ausbreitet, einfach, wo wir sind?

Sollte ich jetzt also lieber nicht predigen, damit er nicht zerredet wird, der Frieden? Sollten wir jetzt lieber schweigen, um ihn einmal ganz ungestört wirken zu lassen? Weiterlesen

Wider die Eindeutigkeit, oder: Jesus, Sohn der Rahab

Liebe Gemeinde,

Lafta hat uns eben von seinem Glauben erzählt, in drei Wochen wollen wir ihn taufen. Den Iraki in die deutsche Gemeinde. Wenn Gemeinde da wohnt, wo Gott wohnt, kann es gar nicht anders zugehen als bunt.

Zugleich wurden wir in dieser Woche aber auch daran erinnert: Viel zu viele Menschen zieht es gerade wieder in ein Leben, in dem alles eindeutig ist. So ist das Leben aber nicht: eindeutig. Eindeutig ist nur der Tod. Auch das konnten wir in dieser Woche sehen.

Trotzdem zieht es gerade wieder zu viele Menschen in ein Leben, das eindeutig ist. In dem ein Deutscher eben wie Weiterlesen

„Brich den Hungrigen das Brot!“ „Gut“, sagt Jesus (Erntedank)

Liebe Gemeinde,

wunderbar, wenn man überlegt, wofür man dankbar sein könnte, und dann fallen einem tausend Sachen ein. Wie unseren Jugendlichen eben in den Videos. Oder wie in unserem Praxiskurs des Glaubens neulich: keinen Tag beenden, ohne für eine Sache dankbar zu sein. Denn damit sagen wir: Egal, wie es mir geht, Gott ist immer bei mir, und weil er nicht nur bei mir ist, sondern weil er auch für mich ist, muss es auch heute etwas gegeben haben, wofür ich ihm danken kann.

Selbst dann, wenn es erst mal gar nicht danach aussieht. Selbst, wenn man zwischen Trümmern sitzt. Den Trümmern des eigenen Lebens oder wenn man zumindest das Gefühl hat, das ist alles Weiterlesen