Die Schöpfer-Gott-Mutter und ihr großes Ja

Liebe Gemeinde,

heute ist ein ganz besonderer Gottesdienst und Tag im Jahr und Kirchenjahr. Im Kirchenjahr der Sonntag „Jubilate“, bei dem wir singend jubeln über die Herrlichkeit Gottes und seiner Schöpfung. Weltlich ist heute Muttertag, ein von Floristinnen und Floristen geschätztes Event. Trotz politischer Verwicklungen ist dieser Tag in Familien immer höchst populär geblieben – ob der Frauentag, der ja nun in Berlin staatlicher Feiertag geworden ist, ihm Konkurrenz machen kann, muss sich erst zeigen.

„Wenn du noch eine Mutter hast, / So danke Gott und sei zufrieden …“

heißt es in einem ziemlich gefühligen Gedicht aus dem 19. Jahrhundert. Jesus hätte dieses Gedicht Weiterlesen

Hirtenversagen?

Liebe Gemeinde,

im Allgemeinen scheint man mit den Hirten heutzutage eher wieder unzufriedener zu sein. Selten waren so viele Menschen auf den Straßen bei Demonstrationen unterwegs wie im Augenblick. Sie alle klagen an: Hirtenversagen. Zu viele Flüchtlinge. Merkel hat versagt. Zu viel CO2. Die Elterngeneration hat versagt. Wer auf uns aufpassen sollte, hat seinen Job nicht ordentlich gemacht. Sind wir ihnen egal, wir armen Einheimischen, wir Kinder?

Und dann die verstörenden Nachrichten aus Brandenburg: In keinem anderen Bundesland gibt es so wenige Ärzte. Und in keinem anderen Bundesland gibt es so viele Wölfe. Wenn mich nun höchstwahrscheinlich ein Wolf beißt, gibt es höchstwahrscheinlich keinen Arzt für mich. Was wird nur aus uns? Wer hat da seinen Job nicht gemacht?

Zeit für einen guten Hirten! Aber wer soll’s machen? Weiterlesen

Neues Leben auf dem Friedhof des Glaubens (Ostern)

Liebe Gemeinde,

wie leben mit dem Auferstandenen? Die Jünger von Emmaus sahen und hörten ihn und dann war er wieder weg, und sie blieben zurück mit einem brennenden Herzen. Paulus hörte ihn, sah ihn nicht, aber spürte ihn umso stärker. Der zweifelnde Thomas durfte seine Finger in die Wundmale legen, ob er es tat, wissen wir nicht. Jedenfalls erzählt Johannes nichts davon. Nur dass Jesus sagt: Glücklich, wer nicht sieht und doch glaubt.

Und wir? Eben hörten wir von Jörg Zink die Worte: „Als alle Dinge / in der Mitte des Schweigens standen, / da kam vom göttlichen Thron, / O Herr, dein allmächtiges Wort.“

Die Mitte des Schweigens. Begegnet uns der Auferstandene vor allem dort? Die Mitte des Schweigens. Das finde ich eine interessante Beschreibung. Ein bisschen wie in der Mitte der Nacht. Was heißen soll: da ist es am dunkelsten. Also beim Schweigen: da ist das Schweigen am tiefsten, da sind Worte am weitesten entfernt.

Mitte, das bedeutet aber auch: Es gibt einen Anfang und ein Ende. Sonst gäbe es keine Mitte. Weiterlesen

Unterm Kreuz ist Frieden (Karfreitag)

Liebe Gemeinde,

dass Jesus gestorben ist und wie er gestorben ist, das berührt die, die Christus lieben: die Frauen unter dem Kreuz, die Jünger, uns. Was dieser Tod zu bedeuten hat, warum und wozu, darüber hat die Gemeinde außerdem seitdem nachgedacht. Und sie wird es wohl auch weiterhin tun. Denn so furchtbar ist dieses Geschehen, dass jede Zeit und jeder Christ, jede Christin einen eigenen Weg finden muss, damit umzugehen.

War Jesus vielleicht einfach ein Märtyrer? Ein Opfer für Schuld? Die Tür ins ewige Leben? Oder was sonst? Kein Rätsel, das man löst, ist das. Sondern ein Geheimnis, das man umkreist, erkundet.

Manche steigen irgendwann aus und sagen: Das ist doch alles Unfug. Und einen Gott, der so etwas gewollt haben sollte, an den kann ich nicht glauben.

Andere gehen da wieder anders ran. Sie sagen: Seitdem ich Christ bin, Christin bin, hat sich etwas verändert. Und so etwas wie diese Gemeinde habe ich auch noch nicht erlebt. Hat das vielleicht etwas mit dem Kreuz zu tun? Wo das doch irgendwie im Mittelpunkt dieses Glaubens steht?

So machen es auch die im biblischen Ephesus. Weiterlesen

Ganz schön aufgewacht!

Liebe Gemeinde,

ja, so gut möchte man gerne in den Tag starten, wie Gisela und Andrea uns das Lied eben nahegebracht haben. Gleich morgens als erstes Mal sich freuen und danken. Gleich morgens mit allem versorgt, was ich an Kraft und Zuversicht brauche. Dann ist es auch fast schon egal, mit welcher Margarine-Sorte ich außerdem noch in den Tag starte.

Ob vielleicht auch Jesus solch einen Start in den Tag hatte? In jeden Tag? Und auch in den Tag, an dem auf ihn der Einzug in Jerusalem wartete?

Kleppers Lied vertont Worte des Propheten Jesaja. Der tröstet sein Volk im Exil. Und braucht dafür selber Trost. Denn Tröster stoßen nicht überall auf Gegenliebe. Wir hören Weiterlesen

Wir grüßen alle Pilatusse von Ostern her!

Liebe Gemeinde,

dienen statt herrschen. Die meiste Zeit unserer Menschheitsgeschichte war das ein Unding. Das wollte kein Mensch. Jesus kam und sagte: „Weniger sein und haben wollen ist der Weg Gottes. Statusverzicht!“ Da haben die PR-Strategen in den Talkshows gesagt: „So kommt der nie auf einen grünen Zweig.“ Und es stimmt: Auf einen grünen Zweig kam er damit nicht, sondern auf totes Holz.

Sind wir heute ein Stück weiter? Weiterlesen

Essen ist Vertrauenssache, auch beim Brot des Lebens

Liebe Gemeinde,

Johannes hat ein Evangelium geschrieben, das immer wieder mystisch durch die Dinge hindurchschaut. Alles bedeutet noch etwas mehr. Die Wunder Jesu etwa, die heißen bei ihm Zeichen. Wenn Jesus zum Beispiel Brot vermehrt, dann geht es nicht darum, mehr Brot zu haben. Nicht um Lebenskraft für den nächsten Tag, sondern um ewiges Leben ab jetzt.

Vielleicht hätte dem Mystiker Johannes das ja gefallen, wie wir das eben ins Bild gesetzt haben: Der göttliche Logos kommt in die Welt, fällt als Korn in die Erde. Jesus wird geboren, die Ähre wächst. Die Körner werden zu Mehl gemahlen, Jesus gerät in die Mühlen der Justiz, wird zerrieben zwischen den Kräften des Hasses. Das Mehl wird gebacken im heißen Ofen, Jesus stirbt in der Glut seiner Qualen und die Mächte des Bösen werfen ihn in die Hitze der Hölle. Aber dann Ostern, die Hölle konnte das Mehl nicht verbrennen, sondern sie hat es unfreiwillig gebacken zum Brot des Lebens. Weiterlesen

Alles darf sein!

Und eine dritte Erfahrung mit Gott. Ich lese aus dem Buch des Propheten Jeremia – gleichzeitig der Predigttext für heute.

7 HERR, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8 Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9 Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht. (Jer 20,7-9 LUT17) Weiterlesen

Geliebte und erleuchtete Welt

Liebe Gemeinde,

die Geburt eines Kindes [und seine Segnung in diesem Gottesdienst], der Ausbruch des Lichts am ersten Schöpfungstag, 2. Sonntag in der Passionszeit unter dem Motto „Christus will uns durch seine Liebe gewinnen“ – das ist unser Weg bisher durch diesen Gottesdienst. Zeit, das alles jetzt noch mal zusammenzuführen.

Geburt und Schöpfung zum Beispiel, das ist leicht, das liegt nahe. Immer, wenn wir ein neugeborenes Kind in den Armen halten, dann ist da das Gefühl des Anfangs. Und immer verbinden sich auch Gedanken der Zukunft Weiterlesen