Vaterlose Gesellschaft – Jesu

Liebe Gemeinde,

Männer haben ein Problem. Von Vollzeitvätern haben wir eben gehört. Und wie sie ihre Lebensform zu begründen versuchen. Frauen haben auch ein Problem. Auch sie müssen begründen, warum sie leben, wie sie leben. Aber bleiben wir mal einen Augenblick bei den Männern.

Wer sie in den Augen der Gesellschaft sein sollen, das ist mächtig in Bewegung geraten. Und da liegt es auch an der Art, wie ich so gestrickt bin, ob ich da die neuen Möglichkeiten sehe, oder ob ich vor allem verunsichert bin. Und bin ich verunsichert, liegt es wieder an der Art, wie ich so gestrickt bin, ob ich jetzt depressiv werde oder aggressiv.

Und dann haben Männer nicht nur ein Problem, dann sind sie manchmal auch ein Problem. Weiterlesen

Ein Blick, ein Wort, eine Hand – im Namen Jesu

Liebe Gemeinde,

wer als Volontär oder Volontärin in die Welt hinausgeht wie unsere Besucher heute, der merkt auf eine besondere Weise: Armut und Reichtum sind ungleich verteilt in der Welt. Aber auch hier können wir es erleben. In Deutschland. In Berlin sowieso. Wohl auch in unseren Familien und in unseren Freundeskreisen.

Armut und Reichtum sind aber manchmal auch überraschend anders verteilt, als man das vermutet hätte. Von so etwas erzählt uns Weiterlesen

Taufe: Von der Angst in die Freiheit der Kinder Gottes

Liebe Gemeinde, vor allem heute natürlich: liebe Anika, lieber Luca, liebe Jutta, liebe Stefanie,

heute ist es also so weit: Eure Lebenswege haben Euch an dieses Taufbecken geführt. Stellt Euch das doch noch einmal kurz vor: was in Eurem Leben schon hinter Euch liegt, was Ihr schon erlebt habt, welche Menschen bisher wichtig waren in Eurem Leben. Worauf guckt Ihr jetzt gerne zurück? Wofür seid Ihr dankbar? Was bringt Ihr aber auch an Schwerem mit heute? Welche Wunde schmerzt noch? Welche Frage ist offen? Was wünscht Ihr Euch für das Leben nach Eurer Taufe?

Mit welchen Gedanken auch immer Ihr gleich in das Taufbecken steigt: Denkt vor allem auch an Jesus, wie er sich taufen ließ, und als er wieder hochkam, öffnete sich Weiterlesen

Wer liebt, will nahe sein. Auch Gott.

Liebe Gemeinde,

an den vergangenen Sonntagen haben wir hier die gehört, die sagen: Ich will was festmachen mit Gott, ich will mich taufen lassen. Was sie jetzt hier vorne so nicht gesagt haben, das ist der Satz: „Ich liebe Gott.“ Aber wie in der Geschichte von dem Rabbi und seinem Schüler eben: Gott lieben, das ist ein großes Wort. Und was genau soll das auch heißen?

Eher ganz praktisch erkunden gerade über 20 Menschen in unserem Kurs „Praxis des Glaubens“ jeden Mittwoch den Glauben. Wie kann sich Weiterlesen

Nach vorne leben

Liebe Gemeinde,

heute also unser drittes Interview zur Taufe. Heute eine Geschichte wie aus dem Labyrinth von Chartres, das ich euch noch mal ins Programm gedruckt habe: früh ganz nah dran am Zentrum, dann ein verschlungener Weg in größere Entfernung, aber nie ganz weg, und mit einem Mal die Mitte erreicht. Und die Mitte, das ist in diesem Fall das Taufbecken in zwei Wochen.

Aber natürlich nicht eigentlich das Taufbecken. Das Taufbecken wird ja zum symbolischen Ort für das, was da geschieht. Bei Stefanie geschehen ist und bei manchen anderen auf je eigene Weise. Steffi hat es so beschrieben: „In den Veränderungen der letzten Jahre in meinem Leben habe ich immer mehr meinen eigenen Weg gefunden. Und gemerkt, wie Glauben und Gemeinde zu diesem meinem eigenen Weg dazugehören. Deswegen jetzt die Taufe.“

Die Mystik würde sagen: Weiterlesen

Archäologie der Hoffnung

Liebe Gemeinde,

Jutta am vergangenen Sonntag und heute Anika – zwei, die sich mit ihrer Taufe am 1. September auf den Weg mit unserem Herrn Jesus Christus machen werden. Zwei, die damit auch Teil unserer Gemeinde werden, in der wir miteinander unseren Glauben leben wollen. Zwei, die mit uns anderen „in dem Licht leben wollen, das der Herr uns schenkt.“

Im Licht leben, das der Herr uns schenkt – so sagt es Jesaja in den Bibel-Worten, die wir gleich hören werden. Und interessanterweise antworten diese Worte auf das Lied, das Anika so mag und das wir eben gehört haben. „Auf der Suche nach Engeln in einer Welt, die oft so dunkel daherkommt.“ In Jesaja 2 heißt es nämlich: Weiterlesen

Mal nichts tun müssen – wünscht sich auch Jesus

Liebe Gemeinde,

von Jutta haben wir gehört, was Jesus in ihrem Leben getan hat. Wobei, sage ich das so richtig? Würde nicht vielleicht besser passen, wenn ich sagen würde: Von Jutta haben wir eben gehört, wer Jesus ihr geworden ist? Gleich, in unserer Erzählung aus Johannes 6, werden Menschen Jesus fragen: „Was tust du für uns?“ Und Jesus wird ihnen antworten: „Ich will nicht einfach nur der sein, der etwas für euch tut. Sondern Weiterlesen

Gott als Marktschreier – ein bisschen peinlich?

Liebe Gemeinde,

offen für die Bedürfnisse der Menschen ist Jesus, haben wir eben gehört. „Kommt her zu mir, ich will euch erquicken!“, ruft er. Und wenn ich da an unseren Predigttext heute denke, dann denke ich: Offen für unsere Bedürfnisse ist auch die Werbung.

Wenn ich mal in Ländern bin, in denen ich nicht nur die Sprache nicht spreche, sondern auch die Schrift nicht lesen kann, und wenn ich dann zurückkomme, dann fällt mir auf: Wie erholsam war es da!

Denn in den Straßen dieses Landes hat mich die Werbung nicht anschreien können. Werbungsmäßig war ich da wie in einem Stummfilm unterwegs. Ich sehe sie brüllen, man weiß ja, wie Werbung aussieht. Aber hören tue ich nichts. Es sieht nach Werbung aus, aber sie bleibt stumm und ich weiß nicht, was sie von mir will.

Zurück in Deutschland, ist das wieder anders. Da verstehe ich leider wieder alles. Der Markt lebt von mir und kämpft um mich. Überwältigen will er mich, oder mit Geschick kriecht er in meine Seele. Er spielt mit meinen Bedürfnissen. Und manchmal trickst er mich aus.

Heiß ist es heute. Wasser ist das, was wir heute vor allem brauchen. Weiterlesen