Der Zukunft Tür und Tor öffnen

Liebe Gemeinde,

also, wenn Stefanie und Gisela uns eben was von einem asketischen Leben erzählt haben – asketisch war unser Wochenende bisher nicht wirklich, oder? In ruhiger Einkehr, zurückgezogen, nur wenige Reize, ganz fokussiert auf nur Weniges? Ich würde sagen: das Gegenteil war der Fall!

So dermaßen aktiv und engagiert, wie wir waren! Am Freitagabend hier unsere Podiumsdiskussion. Drei engagierte Gäste diskutieren zu Chancen und Risiken der Digitalisierung, ein engagiertes Team hat diesen Abend ermöglicht und ein engagiertes Publikum hat aufmerksam zugehört und seine Frage gestellt.

Dann gestern hier den ganzen Tag lauter engagierte junge Leute, die den Bandworkshop mitgemacht haben. Zehn Stunden Musik machen, einüben, lernen, wie das alles so geht – im Engagement für die Gemeinde, damit der Musik-Mix bei uns noch bunter werde. Und abends gibt dann auch noch der Shalom-Chor ein Konzert.

Und ich weiß nicht, wer von uns zu denen gehörte, die zu der riesigen Zahl von Demonstranten gestern beigetragen haben. Engagiert dafür, dass unsere Gesellschaft eine offene Gesellschaft bleibt und eine solidarische wieder mehr wird. Zwei von uns haben Carola und ich da auf jeden Fall getroffen.

So viel Engagement, so viel guter Wille, diese Welt Weiterlesen

Große Erzählung vom Dank (Erntedank)

Liebe Gemeinde,

nichts ist selbstverständlich, haben wir am Anfang in die biblischen Berichte über die Schöpfung eingestreut. Alles, was ist, könnte auch nicht sein, aus Gottes Liebe und Willen zum Leben ist es aber doch. Selbstverständlich ist das nicht. Und umso mehr dann so viel Freude und Dankbarkeit eben über das, was wir uns gegenseitig erzählt haben. Auch das, was wir da gehört haben, ist nicht selbstverständlich. Und doch ist es da, ist es passiert – weil Gott Liebe ist und für uns das Leben will.

Solche Geschichten sind es, die wir brauchen, um Vertrauen ins Leben und seinen Schöpfer zu bekommen. Und wie gut, dass wir sie nicht erfinden müssen! Wie gut, dass wir uns nur zu erzählen brauchen, wie wir Weiterlesen

Wirksam leben

Liebe Gemeinde,

den Wunsch nach mehr Glaube, Liebe, Hoffnung haben wir besungen, von Moses holpriger Berufung gehört und dann gleich den Wunsch besungen nach einem Ort, der mir Zuflucht bietet, in den ich mich bergen kann. Schwanken wir so zwischen Nachfolge und Kleinmut? In den Worten aus Jesaja 49, die heute zu bedenken vorgeschlagen sind, klingt das so:

Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unnütz.

Das klingt natürlich alles auch ziemlich depressiv. Und eigentlich zögere ich, da so mit einzustimmen. Machen uns diese Töne nicht schwächer als wir sind? Vor allem uns Weiterlesen

Kein Aufbruch ohne Gepäck, macht auch nichts, im Gegenteil

Liebe Gemeinde,

in Posemuckel gestrandet. Das ist natürlich bitter. Also, das soll jetzt niemanden beleidigen, der PM als Autokennzeichen hat. Aber wenn man, sagen wir mal, nach Berlin will, und landet stattdessen, sagen wir mal, in Wusterwitz (die haben auch PM als Kennzeichen), das ist nicht einfach, sich darauf dann einzulassen.

Im Anspiel unserer Teenies lag das vielleicht an diesem ganzen Gepäck, das die mithatten. Dann platzt der Koffer auf, und bis man das dann wieder eingesammelt hat, dann wird die Zeit knapp, und dann guckt man vor lauter Stress nicht mehr so genau hin, auf welchen Bahnsteig man dann rennt.

Mit viel Gepäck im Leben unterwegs sein. Das ging auch Abraham so. Weiterlesen

Auch die Farbe der Hortensien hängt vom Boden ab

Liebe Gemeinde,

und, wie ist es, wieder mit Orgel? Ich finde: Gut, dass sie wieder da ist! Gut, dass sie wieder zum Musik-Mix in unserer Gemeinde gehört! Die Königin der Instrumente! Man wird mit erhoben von ihrer Erhabenheit. Man ist umgeben von dem, was sie einem gibt. Man kann ja regelrecht baden in ihrem Klang, man wird ja regelrecht umspült von ihren Tönen. Und wenn ihre Klangwellen wie nach einem Wellengang im Wellenbad zurückgehen, dann lässt sie einen ein wenig erschöpft, aber glücklich zurück.

Wo hinein man so eintaucht, womit man sich so umgibt, und was das mit einem macht – da fällt mir noch etwas ganz Anderes ein. Ich weiß nicht, ob ihr das wusstet, aber Hortensien Weiterlesen

Dankbar gegen Hass

Liebe Gemeinde,

wenn wir uns diese Woche noch einmal vor Augen führen, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir fällt dann nicht zuerst Dankbarkeit ein. Auch nicht das Lob über die Größe unseres Gottes, wie wir eben gehört und gesungen haben. Mich hat dagegen Chemnitz und das politische Drumherum innerlich einigermaßen beschäftigt. Diese Stimmen aus der Politik, die sagen, man müsse Verständnis haben für Hass und Gewalt, daran seien gar nicht die Schuld, die hassen und Gewalt ausüben. Aber ich finde, das entscheidet immer noch jeder selbst, ob er auf das, was ihm nicht gefällt, mit Hass und Gewalt reagiert.

Irgendwann merkte ich dann: Ey, jetzt musst du aber langsam mal die Predigt vorbereiten, lass die Politik jetzt kurz mal. Aber das hat irgendwie nicht geklappt. Bis ich dann wieder auf den Gedanken kam: Vielleicht spricht die Bibel ja hinein in diese Fragen?

Paulus schreibt Weiterlesen

Jenseits von Eden, nah am Reich Gottes

Liebe Gemeinde,

zwei Möglichkeiten, das Leben anzugehen, auch für unsere Schulanfänger? Alles zu tun, um nicht zu denen zu gehören, die im Dunkeln stehn und die niemand sieht, oder sich daran zu freuen, von Gott gesehen zu werden?  Aber ist denn Berühmtheit das einzige, was man erreichen wollen kann? Ist nicht jede gute Spur, die wir in der Welt hinterlassen, eine Freude? Und fängt mit solchen Fragen nicht überhaupt jedes Vergleichen an, und ist das Vergleichen nicht schon der Anfang von allem Übel? Könnten wir vielleicht mit Unterschieden besser leben, wenn es in unserer Gesellschaft nicht so oft um höher – schneller – weiter ginge?

Insofern könnte die Geschichte schon passen, die uns für heute vorgeschlagen ist von Leuten, die nicht wussten, dass wir heute Einschulung feiern. So eine Geschichte von zwei Brüdern Weiterlesen

Heil begegnet Unheil – da, wo ich bin

Liebe Gemeinde,

das fällt schon auf, oder? Wenn man aus dem Urlaub zurückkommt und vielleicht mal in einer anderen Stadt S- und U-Bahnen benutzt hat? Wenn man dann hier wieder in einer sitzt und aus dem allgemeinen Gemurmel erhebt sich die müde Stimme des Motz-Verkäufers? Denkt man dann nicht: Ah, willkommen zurück in Berlin?

Mit dem Ende der Schulferien heute beginnt auch sonst die Normalität des Lebens. Selbst die hiergeblieben waren in diesen Wochen, werden den Unterschied merken: in den Ferien war es leerer in der Stadt, jetzt sind alle wieder da. Ein bisschen hält die Urlaubserholung jetzt noch an und man erträgt manches noch ein Weilchen ganz gut. Aber mit der neu-alten Normalität sind dann auch die Fragen wieder da wie: Wie wollen wir hier zusammenleben in dieser Stadt? Sie werden wieder auftauchen, die Risse und die Brüche zwischen den Menschen, zwischen Weiterlesen

Gemeinde, ehrlose Gesellschaft

Liebe Gemeinde,

in der vergangenen Woche standen wir miteinander am offenen Grab, als wir Dieter Meißner beerdigt haben, in der Woche jetzt werden wir Alice Thärichen-Oelke das letzte Geleit geben und in der Woche drauf Susanne Sieck. Drei ganz unterschiedliche Leben, die wir dann in den drei Trauerfeiern gewürdigt haben werden. Dreimal die Suche nach dem, was ein Leben ausgemacht hat, was es reichgemacht hat, was es uns geschenkt hat. Dreimal werden wir versucht haben, den Reichtum eines Lebens angemessen zu beschreiben, und sei es auch noch so unscheinbar gewesen wie das von Susanne.

Und dreimal vielleicht auch diese Frage, kennt Ihr die auch: Was soll bei meiner Beerdigung über mich gesagt werden? Mit was möchte ich am Ende Weiterlesen

Gott als Coach

Liebe Gemeinde,

die WM ist nun seit zwei Wochen vorbei, und ein leicht flaues Gefühl bleibt zurück bei der Erinnerung an das peinliche Versagen unserer Mannschaft. Es ist nicht einmal besonders schwer, den Grund für dieses sportliche Desaster zu benennen – nein, es war nicht Özils unglücklicher Auftritt, sondern –  es war in erster Linie die Fehlleistung des Trainers. Denn die einzelnen Spieler hatten und haben durchaus Weltmeisterqualitäten. Aber keiner von ihnen hat seine Fähigkeiten voll gezeigt, einzeln und auch als Mannschaft haben sie es nicht geschafft, Grenzen zu überschritten, unmöglich Scheinendes möglich zu machen. Das gehört aber zu einem Weltmeister dazu. Der deutschen Mannschaft fehlten einfach Begeisterung und Engagement, Wille und Ziel.

Ich bin die letzten 18 Monate an einer Hochschule tätig gewesen, in der es – deutschlandweit einzigartig – einen Studiengang „Life Coaching“ gibt. Ein Coach ist Weiterlesen