Wir Mobilien Gottes (Pfingsten)

Liebe Gemeinde,

Pfingsten: der heilige Geist, der Geist Jesu, der Gottes in uns. Gott hat in uns Wohnung genommen. Das Pfingstfest macht uns alle zu mobilen Tempeln, zu mobilen Kirchen. Zu Orten der Gottesbegegnung. Denn das ist ein Tempel, eine Kirche: ein Ort der Gottesbegegnung.

Das mit den mobilen Tempeln habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Ich fand das neulich Weiterlesen

Höre mich heraus!

Liebe Gemeinde,

Sonntag Exaudi: „Höre mich!“ Ich weiß nicht, ob das jetzt Küchenlatein ist, aber wegen des ex am Anfang, kann man da wörtlich vielleicht sogar sagen: „Höre mich heraus!“?  Höre mich persönlich aus all den anderen Stimmen, meine mich wirklich mich! Oder Exaudi, höre mich heraus, vielleicht sogar als Kurzform von „Höre mich und hilf mir heraus!“? Weil hören und helfen eins ist bei ihm? Vielleicht auch nur deswegen, weil es meine Hilfe ist, dass er mich hört?

Dass wir gesehen werden, dass wir wahrgenommen werden, dass wir Weiterlesen

Wer betet, wünscht sich, in Verbindung zu bleiben

Liebe Gemeinde,

wer betet, wünscht sich, in Verbindung zu sein.

Damit ist unser Sonntag und sein Predigttext sehr aktuell. Denn auch bei uns geht es darum, in Verbindung zu bleiben. Es ging darum in der Zeit, als keinerlei Kontakt sein durfte. Und es geht auf andere Weise auch jetzt wieder darum, wo Kontakt wieder sehr viel mehr möglich ist.

Als wir alle im shutdown waren, da war klar: Alle saßen wir im selben Boot. Und den wenigen Spielraum, den wir hatten, haben wir, so weit es uns jeweils möglich war, in großer Solidarität genutzt, um auch den Schwächsten die Erfahrung zu schenken, dass sie in gleicher Weise zur Gemeinschaft gehören und dass wir mit ihnen in Verbindung bleiben wollen.

Nun freuen wir uns wieder über mehr Weiterlesen

Kantate – neuer Start, alte Leier? Bitte nicht!

Liebe Gemeinde,

da kommen wir das erste Mal wieder zusammen und es ist Sonntag Kantate! Der Singe-Sonntag! Wie passend! Nach dem großen Hallo vor dem Gottesdienst jetzt gemeinsam singen, überschwänglich, laut, fröhlich! Endlich wieder zusammen! Endlich wieder gemeinsam vor Gott!

Allein: Ja, endlich wieder zusammen, endlich wieder gemeinsam vor Gott. Aber eben nur ein Teil von uns. Und das große Hallo vor dem Gottesdienst fiel aus. Und singen können wir zwar, aber nur fröhlich, nicht laut und überschwänglich. Hygienebestimmungen.

So merken wir: vieles ist besser, aber noch nicht alles ist gut. Wie so oft. Aber deswegen sich nicht freuen? Weiterlesen

Auf dem Weg zur Vollendung 3: Frieden und Feigen

Liebe Gemeinde,

diese Predigt für den heutigen Sonntag war schon fertig. Einmal noch wollten wir miteinander Gottesdienst feiern und dann bis auf weiteres alle Gemeindeveranstaltungen absagen. Dann kam die Nachricht: Alle Versammlungen jetzt schon ab 50 Personen sind verboten. Auch diesen Gottesdienst mussten wir also absagen.

Krise heißt übersetzt Entscheidung. Zeiten der Krise sind Zeiten der Entscheidung. Jeden Tag gilt es sich in einer Krise zu entscheiden: für oder gegen die Hoffnung. Und damit meine Hoffnung eine Hoffnung für alle ist, zugleich: für oder gegen die Liebe.

Deswegen diese Predigt hier gerade jetzt. Hört hinein in euch, in welche Ängste sie spricht; und in welche Versuchungen jetzt, Euch selbst die Nächsten zu sein:

„Auf dem Weg zur Vollendung“ heißt unsere kleine Reihe in dieser Passionszeit. Schlechte Nachrichten hören wir viele, gute selten. Aber wohin geht die Reise wirklich? Die Bibel hat dafür viele Bilder. Es sind Bilder, die uns in die Zukunft Gottes locken wollen. Bilder der Vollendung.

Es sind Bilder, die uns auf eine Reise schicken wollen. Eine innere Reise der Vorfreude Weiterlesen

Steh auf und geh!

Liebe Gemeinde,

Aufsteh-Geschichten also haben wir heute viele gehört. Aufsteh-Geschichten aus Simbabwe, vom Weltgebetstag. Aufsteh-Geschichten aus der Bibel, Aufsteh-Geschichten, an den Jesus beteiligt ist. Und schließlich gehen wir gerade auf die eine große Aufsteh-Geschichte zu, so einzigartig, dass man zur Unterscheidung zwei Buchstaben eingefügt hat und es wurde eine Aufersteh-Geschichte.

Und seitdem gilt: Jede einzelne Aufsteh-Geschichte speist sich aus diesem einen Auferstehen. Denn wie der Apostel im Brief an die Epheser schreibt: Dieselbe Kraft, die Jesus hat  auferstehen lassen, die wirkt nun auch in uns.

Ich weiß gar nicht, wusstest du das? Auferstehungskraft in dir? Neues Leben, neu lebendig werden aus der Kraft des Heiligen Geistes, aufstehen, auferstehen, sich aufmachen in der Kraft Gottes, sein Leben führen nach seinem Wesen und Willen – ich meine, schafft Gottes Kraft das in uns? Weil, Weiterlesen

Passion: Wenn aus Worten Taten werden

Liebe Gemeinde,

Passionszeit, das ist die Zeit, in der wir zusehen können, wie aus Worten Taten werden. Und was mich dabei besonders interessiert: wie aus den Worten Jesu seine Taten werden. Denn wir verkündigen hier Evangelium, gute Nachricht. Nicht blauäugig, ja gefährlich naiv, wie der Tagesspiegel-Kommentator zur Aktion „7 Wochen ohne Pessimismus“ meinte. Sondern regelrecht im aktiven Widerstand gegen Ausgrenzung und Hass.

Aus Worten werden Taten. Die Bibel selbst ist Weiterlesen

Auf dem Weg zur Vollendung 2: Leben im Sabbatismus

Liebe Gemeinde,

in unserer Reihe bis Ostern sind wir auf der Suche nach dem, was uns verheißen ist. Wir sind auf der Suche nach dem, wohinein sich alles vollenden wird. Wohinein Gott diese Welt verwandeln wird.

Wir suchen danach am Ende einer Woche, in der wir stattdessen ahnen, was uns in nächster Zeit blühen könnte. Rechtsextremer Terror, inspiriert und befeuert von seinen politischen Vertretern, denen der Bürgerkrieg gerade recht käme. Da ist alles, was wir anderen an Zukunft suchen, schnell ganz einfach: einfach nur Ruhe wäre toll.

Und trotzdem und gerade jetzt wollen wir hier weitersuchen, nach dem, was Gott sich für uns als Zukunft gedacht hat. Wir suchen danach, um uns darauf vorzufreuen. Wir suchen danach, um unser Leben jetzt schon darauf auszurichten. Wir wünschen uns, Weiterlesen

Auf dem Weg zur Vollendung 1: Werden wie Gott

Liebe Gemeinde,

ich lese Euch mal gleich die Worte vor, die ich heute mit Euch bedenken will. Es sind nicht die aus der Predigtordnung. Die lassen wir in dieser Passionszeit mal beiseite. Hört mal stattdessen aus dem ersten Johannesbrief:

Seht doch, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes – und wir sind es tatsächlich! Aber die Welt weiß nicht, wer wir sind, denn sie hat Gott nicht erkannt. Ihr Lieben, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir einmal sein werden, ist noch gar nicht sichtbar. Wir wissen jedoch: Wenn es sichtbar wird, werden wir Gott ähnlich sein. Denn dann werden wir ihn sehen, wie er wirklich ist. Und wer das voller Hoffnung von Gott erwartet, hält sein Leben rein so wie er [gemeint ist hier Jesus] rein ist.

Wir biegen jetzt immer mehr in die Passionszeit ein, in anderthalb Wochen ist Aschermittwoch. Man könnte jetzt also sagen: Es wird erst einmal alles schlimmer mit Jesus.

Und irgendwie würde das zu der Stimmung passen, in die ich leider manchmal gerade gerate. Seit der Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen. Wird es jetzt auch mit Deutschland erst einmal immer schlimmer?

Ihr wisst ja, dass ich das kleine Licht, das ich da draußen bin, trotzdem scheinen lassen will und mich wenigstens ab und zu bei Twitter oder Facebook beteilige. Immer wieder ist da etwas, wogegen man was sagen muss. Aber was ich unbefriedigend finde, das ist genau das: dass das oft nur gegen etwas ist. Selten mal für etwas. Weiterlesen

Die Kraft des Mitgefühls und der Fürsorge

 

Liebe Gemeinde,

wir feiern heute den 3. Sonntag vor der Passionszeit. Wir befinden uns in der Vorfastenzeit. Die alten Kirchenväter empfehlen, dass wir uns auf die Fastenzeit vorbereiten, indem wir darüber nachdenken, worauf wir in der Fastenzeit verzichten möchten. Dieser Verzicht, dieses Fasten im biblischen Sinn bedeutet, sich mit den Gaben Gottes und seiner Schöpfung auseinanderzusetzen.

Die Fastenzeit dient dazu, darüber nachzudenken, ob wir wirklich alles brauchen, was wir haben und ob wir verantwortungsvoll mit dem umgehen, was Gott uns zur Verfügung gestellt hat. Dies schließt auch den Umgang mit Menschen ein.

Der Text über den ich heute predige, steht im Hesekiel 34 und er thematisiert das Thema „Verantwortung gegenüber Gottes Welt“ sehr deutlich. Weiterlesen