Die Kraft des Mitgefühls und der Fürsorge

 

Liebe Gemeinde,

wir feiern heute den 3. Sonntag vor der Passionszeit. Wir befinden uns in der Vorfastenzeit. Die alten Kirchenväter empfehlen, dass wir uns auf die Fastenzeit vorbereiten, indem wir darüber nachdenken, worauf wir in der Fastenzeit verzichten möchten. Dieser Verzicht, dieses Fasten im biblischen Sinn bedeutet, sich mit den Gaben Gottes und seiner Schöpfung auseinanderzusetzen.

Die Fastenzeit dient dazu, darüber nachzudenken, ob wir wirklich alles brauchen, was wir haben und ob wir verantwortungsvoll mit dem umgehen, was Gott uns zur Verfügung gestellt hat. Dies schließt auch den Umgang mit Menschen ein.

Der Text über den ich heute predige, steht im Hesekiel 34 und er thematisiert das Thema „Verantwortung gegenüber Gottes Welt“ sehr deutlich. Hesekiel ist ein Prophet des Alten Testamentes.

Biblische Prophetie ist weniger Vorhersage als vielmehr etwas Hervorsagen, im Sinne von „vor einer Gruppe einen Tatbestand benennen und die Konsequenzen mitteilen“. Weissagung gibt es zwar auch in der Bibel, aber sie kommt selten vor.

Hesekiel wirkte in einer Zeit, in der politische Fehlentscheidungen zu hohen Verlusten und großem Leid in Juda geführt hatten.

Vor diesen politischen Fehlentscheidungen hatte seinerzeit der Prophet Jesaja ungehört gewarnt.

Nun stand Juda ein zweites Mal vor einer ähnlichen Situation. Hinzu kamen gravierende Missstände im Land. Auch die Schere zwischen Arm und Reich vergrößerte sich massiv. Die zuständige Regierung kümmerte sich nicht darum.

Wenn Hesekiel im folgenden Text von den Hirten spricht, dann ist damit immer die Regierung und die einflussreichen Menschen von Juda gemeint. Die Schafe sind jene, die darunter leiden. Jene, die wenig Einfluss und keine Kapazitäten haben, sich zu äußern, weil sie es nicht können oder ums Überleben kämpften.

Hesekiel gehörte zu den wenigen Menschen der Mittelschicht und er war nach eigenen Aussagen, nicht sonderlich erfreut, als Gott ihn zum Propheten ernannte. Propheten waren und sind nicht beliebt.

Sie ziehen den Zorn der Oberschicht auf sich, weil sie auf die Missstände hinweisen und darauf aufmerksam machten, was vor Gott, vor dem Leben, wirklich zählt. Sie sind unbequem.

Hesekiel 34 nach Elberfelder in Auszügen

1 Und Gott sprach zu mir: 2 Menschensohn, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden1!

Sollen die Hirten nicht die Herde2 weiden? 3 Ihr esst das Fett und kleidet euch mit der Wolle, das fette Vieh schlachtet ihr; die Herde weidet ihr nicht.

4 Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Verwundete nicht verbunden und das Versprengte führtet ihr nicht zurück und das Verlorene suchtet ihr nicht; und mit Strenge habt ihr über sie geherrscht und mit Härte…

11 Denn so spricht der Herr: Siehe, ich bin da, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen. 12 Wie ein Hirte sich seiner Herde annimmt an dem Tag, da er unter seinen zerstreuten Schafen ist, so werde ich mich meiner Schafe annehmen und werde sie erretten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Wolkendunkels.

16 Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückführen, und das Verwundete will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken; das Fette aber und das Starke werde ich beschützen: nach Recht werde ich sie weiden. (…15-29)

30 Und sie werden wissen, dass ich, der HERR, ihr Gott, mit ihnen bin und dass sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht der Herr 31 Und ihr, meine Herde, Herde meiner Weide, ihr seid Menschen; ich bin euer Gott, spricht der Herr.

Auslegung

Ignorieren der politischen Großwetterlage, sich nicht darum kümmern, was wirklich wichtig ist, sich selbst weiden, das Recht manipulieren, die Schere zwischen Arm und Reich auseinander klaffen lassen, sich wenig um die Schwachen, Bedürftigen kümmern, das Gesunde und Starke im Land ignorieren, also den gesunden Menschenverstand, die guten Ideen übergehen… Wem das bekannt vorkommt, der darf die Aktualität der Bibel einfach mal auf sich wirken lassen.

Die Bibel ist politisch. Mehr als ein Drittel aller Texte und Geschichten der Bibel haben politische und sozialkritische Aussage. Christ sein und sich aus der Politik raushalten, das ist ein Widerspruch. Im Neuen Testament sagt Jesus, was es bedeutet, ihm nachzufolgen: Der Weg der Nachfolge ist die enge Pforte und der schmale Weg. Es ist die unbequeme Variante. Es gibt auch den breiten Weg, der erstmal bequemer ist, aber irgendwann in eine Katastrophe führt.

Der Theologe Richard Rohr schreibt: „Gott ist kein philosophisches System, keine zu beweisende Theorie und keine Energie, über die man diskutieren oder verfügen kann.“[1] Gott ist ein Gott, der mit uns in Beziehung tritt. Gott spricht zu uns: Durch jeden Geflüchtete, durch jeden vertrockneten Baum, durch die gequälten Tiere in der Massentierhaltung, durch die unterversorgten Alten und Kranken in den Pflegeheimen. Durch die Jugendlichen, die bei Friday for Future demonstrieren.

Wenn Gott spricht, dann liegt es immer an uns, ob wir uns davon berühren lassen oder ihn nicht hören wollen. Gott ist ein Gott der Beziehungen und der Zusammenhänge.

Religion ist im tiefsten Kern ein Wieder-Zusammenfügen. Das bedeutet auch das Wort „Re-ligion“. Das Wort „Gnade“ hat dieselbe Wurzel wie das Wort „Nadel“:

Es geht darum, etwas wieder zusammenzufügen, etwas zu heilen, was auseinandergerissen wurde.

Ich glaube, wir haben das in unserer Welt dringend nötig. Unsere Welt ist auseinandergerissen: Hier du und da ich, hier meines und da deines. Hier der Reichtum und dort die Armut. Hier die Natur, die ausgebeutet werden darf und da die Industrienationen, die sich nehmen können, was sie wollen – das ist nicht im Sinne Gottes. Das ist Entfremdung, das ist Trennung.

Durch Hesekiel spricht Gott und erklärt, wie er sich das Hirtenamt vorstellt: Gott geht aktiv in die Beziehung zu seinen Schafen. Er sucht sie, läuft ihnen nach, verbindet, heilt, stärkt und schützt. Jesus, der von sich als guten Hirten spricht, hat das vorgelebt.

Gott und Jesus leben eine sogenannte Care Ethik, eine Sorge-Ethik. Ich sorge mich um. Ich kümmere mich. Ich trete in Beziehung. Ich verbinde mich mit dir. Ich lasse mich berühren. Care Ethik ist nicht hierarchisch, also nicht auf Herrschaft oder Umerziehung aus. Care Ethik ist Beziehung und Mitgefühl auf Augenhöhe. So wie Gott, so wie Jesus sich uns offenbart haben.

Gott herrscht nicht über uns. Er beherrscht uns nicht. Er macht sich uns nicht untertan. Eher kommt er selbst, lebt mit uns, lässt sich auf uns ein, tritt in Beziehung mit uns und segnet uns dadurch. Jesus agiert immer im Beziehungsgeschehen mit den Menschen. Er ist mit ihnen im Gespräch. Ob er heilt oder sich mitteilt, das Beziehungsgeschehen steht im Mittelpunkt. Dadurch wurden die Menschen in seinem Umfeld heil.
Der Soziologieprofessor Hartmut Rosa schreibt in einem Artikel der Zeitung „Die Zeit“: „Unser Selbst- und Umweltverhältnis ist zutiefst gestört. Es ist hierarchisch. Es ist kein Beziehungsgeschehen mehr.“[2]

Er schreibt weiter: „Es gibt keine heilige Unverfügbarkeit, kein spirituelles Band mehr… Wir sind lost in space, haltlos.“[3] Der Naturwissenschaftler James Gustav Speth, der lange Jahre die Vereinten Nationen in Umweltfragen beriet, drückte es so aus:

„Ich habe lange geglaubt, dass die größten Probleme unserer Welt der Verlust der Artenvielfalt, ein Kollaps des Ökosystems sowie der Klimawandel sind. Damals dachte ich, dass wir diesen Problemen nach 30 Jahren guter Investition in die Wissenschaft Herr werden könnten. Aber ich habe mich getäuscht. Die größten Umweltprobleme sind Ichbezogenheit, Geiz und Gleichgültigkeit. Um diesen Problemen zu begegnen, brauchen wir eine spirituelle und kulturelle Umwandlung. Wir Naturwissenschaftler wissen jedoch leider nicht, wie das gehen soll.“

Die ungehörten Propheten unserer Zeit sind die u. a. die Naturwissenschaftler. Und die Menschheit, darunter leider auch viele Christen, hören ihnen nicht zu. Wir haben uns von der Nabelschnur Gottes abgetrennt. Dies gilt in besonderer Weise für die sogenannten christlichen Nationen.

Wir erzwingen, horten und verteidigen unser mutmaßliches Eigentum zur Not mit Krieg und Mauern. Am Anfang einer solchen Haltung gibt es Gewinner und Verlierer. Am Ende gibt es nur noch Verlierer.

Christlicher Glaube und wahre Spiritualität lassen sich nicht trennen von globalen Menschenrechten und globalen Umweltschutz. Wahre Spiritualität drückt sich in Liebe, Respekt und Mitgefühl aus. Allem gegenüber.

Liebe, Respekt und Mitgefühl sind das Wesen der Sprache Gottes. Es ist sein heiliges Logos, mit dem er die Welt erschuf. Gottes Sprache ist auch unsere Muttersprache. Wenn wir mit Gottes Sprache angesprochen werden, dann fühlen wir uns geborgen.

Wenn wir mit Gottes Sprache andere ansprechen, dann werden wir zu Boten Gottes und können heilsam tätig werden.

Ich arbeite im Krankenhausbereich. Die Studien sind eindeutig: Der Erfolg einer Therapie hängt bis zu 80% von der Kommunikation zwischen den Heilern und den Patienten ab. Maximal 20% kann man den Medikamenten oder der OP zuschreiben. Wenn wir uns die jetzige Situation in Krankenhäusern ansehen, ist das Verhältnis umgekehrt proportional. Maximale medikamentöse oder von Apparaten gesteuerte Therapien stehen einem Minimum an menschlicher Zuwendung gegenüber. Das ist unfassbar teuer und im Verhältnis dazu dient es nur wenigen Menschen wirklich.

Wenn wir die Nabelschnur zu Gott abschneiden, dann entwickelt sich unweigerlich Chaos. Es wird teuer und ineffizient. Nachhaltig intelligentes Handeln ist ohne Liebe, Mitgefühl und Respekt nicht möglich.

Liebe, Mitgefühl und Respekt sind Haltungsfragen, keine Gefühlslagen. Das wird oft missverstanden und auch dann entsteht Chaos. Wenn Eltern bei ihren Kindern alles durchgehen lassen oder sie überbehüten, hat das nichts mit Liebe zu tun, sondern bedeutet nur, dass Eltern Konflikten aus dem Weg gehen.

Liebe als Haltung gibt Halt und hält auch Konflikte aus. Liebe als Haltung ruft sehr laut „Halt!“. Vor allem dann, wenn etwas aus dem Ruder läuft oder ein Schaf kurz davor ist, die Klippe abzustürzen. Alles durchgehen lassen und nicht eingreifen, kann sehr lieblos sein.

Ebenso bedeutet Mitgefühl nicht, sich zum Wunscherfüller anderer zu machen, sondern sich darin einzufühlen, was der andere jetzt braucht, um möglichst sinnvoll und unabhängig sein Leben selbst zu gestalten.

Diese Haltung wünsche ich mir auch gegenüber den Geflüchteten in unserem Land. Im Moment verwahren wir sie und verlangen absolute Passivität von ihnen, wir verdammen sie zum Nichtstun. Das ist etwas, was Menschen und auch andere Lebewesen auf Dauer verrückt werden lässt. Es ist das Gegenteil von Care Ethik, es ist zutiefst unethisch.

Auf jeglicher Ebene wäre es besser, sie an der Werterschaffung zu beteiligen und mit der Sprache, den Regeln und Gepflogenheiten unseres Landes vertraut zu machen. Also in ein klares Beziehungsgeschehen mit ihnen zu treten. Lebewesen in Lager zu sperren war noch nie gut. Für nichts und niemanden. Es gibt intelligentere Lösungen.

Das gleiche gilt auch für unseren Umgang mit der Natur. Wir sind durchaus in der Lage, mit der Natur in Beziehung zu treten und darauf zu achten, was sie braucht und wo wir ihr gewaltig schaden.

Bei jedem Einkauf, bei jeder Wahl von Verkehrsmittel und noch mehr bei jeder politischen Wahl müssen wir uns fragen, was das für die Natur, die Armen, die Kranken oder die Menschen, die in den ärmeren Nationen leben, bedeutet. Wenn ich Gottes Werte zu meinen Werten mache, dann müssen sich meine Entscheidungen vor diesen Bereichen verantworten lassen. Das ist die Matrix. Und die ist mitunter unbequem. Es ist die enge Pforte.

„Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit (Daniel 9,18).“

Im Moment vertrauen die Industrienationen ihrer Art von Gerechtigkeit. Sie vertrauen einer grausamen Gerechtigkeit. Auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen, bedeutet etwas anderes. Gottes Barmherzigkeit zu leben und in dieser Barmherzigkeit zu handeln ist ein darüber hinausdenken. Über meine eigenen Interessen, über meine eigenen Vorurteile, über meinen eigenen Wohlstand, über meine bisherigen Denkstrukturen.

Wie barmherzig ist ein SUV? Wie barmherzig ist billiges Fleisch und billige Lebensmittel? Wie barmherzig sind Einweg-Plastikflaschen? Wie verhalte ich mich dem Leben gegenüber? Und was kostet Mitgefühl?

Es kostet nur ein Umdenken. Angestoßen durch meine Kolleginnen im Hospiz, die schon sehr lange plastikfrei und nachhaltig leben, habe ich vor zwei Jahren begonnen, ebenfalls umzustellen. Die Höhe der Ausgaben sind gleich, nur die Art der Investition ändert sich.

Für Obst, Gemüse und sehr selten Fleisch geben wir im regionalen Bioladen mehr aus als früher im Supermarkt. Dafür entfallen aber die Kosten für Kosmetika und Putzmittel, die ich mittlerweile selbst herstelle.

Anfangs dachte ich, dass ich zeitlich draufzahlen werde. Aber auch das stimmt nicht. Ich brauche für die Herstellung der Kosmetika und Putzmittel weniger als 1h im Monat. Ein Witz im Vergleich zum wöchentlichen Großeinkauf im Supermarkt.

Das war, glaube ich, die verblüffendste Einsicht: Alles besserte sich durch die Umstellung. Meiner trockenen, zu Ekzemen neigenden Haut geht es sehr viel besser und das ganze Duschgel- und Shampoochaos ist einer guten Seife gewichen. Durch Rad und Biomarkt erspare ich mir Parkplatzsuche und Schlange stehen im Discounter.

Die natürlichen Alternativen zu den künstlichen Putzmitteln sind allesamt beeindruckend. Während Mikrofasertücher bedampft werden müssen, um antibakteriell zu sein, sind Leinentücher von Natur aus antibakteriell und putzen und polieren genauso gut. Leinen war einst das Vorbild für die Mikrofaser! Wenn ein Leinentuch kaputt ist, kommt es auf den Kompost. Alles greift ineinander.

In dem Moment, wo der Mensch sich wieder einklinkt in Gott und Gottes Schöpfung wird es insgesamt entspannter, klarer und logischer. Es gibt keine Verlierer. Liebe, Mitgefühl und Respekt machen intelligent. Intelligenz im Sinne Gottes ist immer nachhaltig und ein Gewinn für alle.

Das Schwache wird geschützt, das Gesunde und damit ist auch der gesunde Menschenverstand gemeint, wird gestärkt.

Hesekiel fordert mich zum Nachdenken heraus:

  1. Gott ist ein Gott der Beziehungen und der Kommunikation. Gehe ich in Beziehung und Kommunikation? Höre ich, was die Menschen der Südhalbkugel, die Jugendlichen bei Friday for future oder die Alten und Kranken im Krankenhaus mir erzählen? Höre ich, was die Schöpfung mir mitteilt? Bewegt es mich?
  2. Wenn ich die Stimme der Schafe, also die Stimme der Leidenden hören kann, wie gehe ich dann damit um? Suche ich nach ihnen? Setze ich mich für jene ein, die leiden? Und damit sind Menschen, Tiere, Pflanzen und die Natur gemeint? Verbinde ich das Verletzte? Schütze ich sie durch meine Handlungen und Haltungen im Alltag? Bin ich auch bereit, dafür unbequeme Wege zu gehen? Und im Sinne der Vorfastenzeit: Worauf kann ich konkret verzichten? Welchen Versuch wage ich?
  3. Ein letzter Gedanke zu den Propheten: Wenn das Unheil bereits seinen Lauf genommen hatte, in Juda und Israel, und die Menschen sich in ihren selbstfabrizierten Katastrophen wieder an Gott wandten, dann stand Gott schon mit ausgebreiteten Armen da. Gott opfert sich lieber am Kreuz als dass er zulässt, dass wir uns verlieren. Er sucht bereits nach uns sogar im Reich des Todes, vor Lampedusa und in den vermüllten Meeren. Er sucht nach uns in den verdorrten Wäldern Brandenburgs und der verbrannten Erde Australiens. Er sucht nach uns im Weißen Haus in Washington. Er schickt seine Propheten zu den Republikanern, von denen die meisten sich als gläubige Baptisten bezeichnen. Gott sucht nach uns in den hasserfüllten Parteitagen der AFD. Und letzte Woche, so sagt man, waren seine Boten da, als CDU, FDP und AFD im Schulterschluss gemeinsam Amtsmissbrauch betrieben. Die Boten Gottes erkennt man oft nicht als solche. Aber sie sind da und manchmal gelingt es ihnen, die Welt etwas gerechter zu machen.

Denn Gott ist der, der spricht: Das Verlorene (auch deine verloren gegangenen Sichtweisen) will ich suchen und das Versprengte zurückführen, das Verwundete will ich verbinden, das Kranke will ich stärken; das Fette aber und das Starke werde ich beschützen: nach Recht werde ich dich weiden.“

Amen

 

[1] Rohr, Richard: Visionen einer neuen Welt, Freiburg in Breisgau, 3. Auflage 1999, S. 17-18.

[2] Aus: Hartmut Rosa, Ohnmacht, was muss sich ändern? Die Zeit, Nr. 29 / 2019.

[3] Ders.