Der Morgenstern webt ein Netz der Freude

Liebe Gemeinde,

dritter Teil unserer Interviews im Advent also: Wenn Christus in die Schule käme. Wenn er mit den anderen in die Schule hineinginge. Im Klassenzimmer säße, im Lehrerzimmer dabeistünde. Bei den Gesprächen auf dem Weg nach Hause mitginge. Und danach auch mal bei der Schulsenatorin vorbeischaute. Was würde er ihnen dann gerne mitbringen? Wofür würde er dann gerne all diese Leute öffnen, ganz konkret?

Oder um es mit dem Lied zu sagen, dass wir eben gesungen haben: In den Klassenzimmern stehen die Schüler an den Fenstern und im Lehrerzimmer die Lehrer und sehen, wie ihnen der Morgenstern aufgeht mitten in ihrer Nacht. Und alle zieht es auf den Hof, weil sie es besser sehen wollen. Da stehen dann Schüler und Lehrer und staunen in den Himmel.

Und fangen an, sich auch gegenseitig anzusehen: Weiterlesen

Nach Hause in die Zukunft

Liebe Gemeinde,

in unserer Advents-Reihe „Warum bist du dankbar, dass Gott in deine Welt gekommen ist?“ heute also Menschen, die im Gesundheits- und Sozialwesen arbeiten. Menschen, die ihren Beruf gewählt haben, als hätten sie gehört, wie jemand ihnen diesen Auftrag zugerufen hat:

Macht die erschlafften Hände wieder stark, die zitternden Knie wieder fest! Ruft den verzagten Herzen zu: »Fasst wieder Mut!“

Wie ich jetzt auf so etwas komme? Nun, so beginnen Weiterlesen

Adventsbeben

Liebe Gemeinde,

warum ist es gut, dass Jesus in die Welt gekommen ist? Unsere kleine Reihe von Interviews an den Adventssonntagen fragt Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen:  Warum ist es gut für deine Welt, dass Jesus gekommen ist? Warum ist es gut für dich? Was wünscht du dir von ihm? Was wünschst du dir wirklich? Was hat er wohl in deinem Leben gesehen, als er vom Himmel blickte und sagte: „Ich muss da runter!“?

Und gleich mit der ersten biblischen Geschichte, die uns für den Advent vorgeschlagen ist, können wir das auch gleich weiterfragen: Jesus, was wünschst du dir, dass es geschieht, da, wo du einziehst? Und es kann sein, dass wir auch ein wenig stark sein müssen, um seine ganze Antwort zu hören. Denn wir werden gleich Zeugen eines Erdbebens. Matthäus erzählt Weiterlesen

Land des Glaubens, oder: Die Schlange nicht übersehen (Ewigkeitssonntag)

Liebe Gemeinde,

wenn ich hier in die Runde sehe, dann sehe ich viele, die Abschied genommen haben in den letzten Monaten. Bei manchen von Euch ist das schon länger her. Bei anderen ist es noch ganz frisch. Und wiederum andere von Euch sind noch mal erinnert, wie das bei Euch war – vor einem Jahr, vor zwei oder noch länger her.

Und so etwas ist ja auch nie einfach vorbei. Die Verstorbenen haben ein Loch hinterlassen. Ein Loch in der Form ihrer Gestalt. Und dieses Loch lebt weiter mit uns. Geht die Treppe vor uns hinauf, sitzt mit uns auf dem Sofa.

Manch einer, der heute an seine Verstorbenen denkt, Weiterlesen

Wieviel Realität erträgt die Hoffnung? (Volkstrauertag)

Liebe Gemeinde,

Volkstrauertag, wir hören darauf, was die Opfer von Krieg und Verfolgung uns sagen.

Und das hatte ich mir dann so gedacht: Wir hätten der Toten zweier Weltkriege gedacht. Auch der vielen Menschen, die auch danach noch in Kriegen und Konflikten ums Leben gekommen sind. Dann hätten wir uns gefragt: Was können denn wir dazu tun, dass solche Konflikte weniger werden. Und dann wären wir wieder bei der Versöhnung gelandet. Die uns als Christen doch sozusagen im Blut liegt, mit Jesus, mit Kreuz und Auferstehung und neuem Leben und so.

So hatte ich mir das gedacht. Dann habe ich geguckt, was ist eigentlich aus der Bibel für die Predigt heute vorgeschlagen. Und habe nachgeschlagen und habe aufgeschlagen und war wie vor den Kopf geschlagen. Denn das passte jetzt mal so gar nicht. Weiterlesen

Von scheinenden Heiligen, Heuchlern und Gleisnern

Liebe Gemeinde,

als ich noch ein Kind war, besuchte ich mit meinen Eltern in Köln das Musikal Anatevka. Aktuell ist es hier in Berlin ebenfalls wieder aufgeführt worden. Dieses Musical von Jerry Bock schildert den Lebenskampf jüdischer Bürger im zaristischen Russland vor dem Jahr 1905. Unnachahmlich schildert in diesem Musical der Milchmann und Rebe Tevje im kleinen russischen Schtetl  Anatevka die Sehnsüchte eines kleinen Mannes nach Reichtum und Wohlstand, durchdrungen von hintergründiger Sozialkritik: Wenn ich einmal reich wär‘… Weiterlesen

Ehre, wem Ehre gebührt

4.11.2018

Liebe Gemeinde,

Achtung, wir hören gleich einen der umstrittensten Texte der Bibel! Und deswegen dürfen wir gespannt sein: Wenn man in so einem Text etwas entdeckt, was einen inspiriert, dann ist das besonders spannend, belebend, aufregend.

Zwei kleine Vorbemerkungen aber noch. Sozusagen wie der Rahmen um ein Bild: erstens die Erinnerung an das Wort zur Woche aus dem 1. Timotheusbrief, „Dem König aller Könige und dem Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht!“ – da höre ich gleich die Frage mit: und wem nicht?; und zweitens die Erinnerung daran, dass wir jetzt November haben, und November, das ist der Monat mit dem Gedenken an die Revolution von 1918, das Ende des ersten Weltkriegs, an die Reichspogromnacht 1938, der Monat mit dem Volkstrauertag, an dem wir der Kriegstoten gedenken, und dem Fall der Mauer, der Monat mit dem Ewigkeitssonntag und seiner Erinnerung auch daran, dass wir alle vor Gott verantwortlich sind.

Der Monat November: die Politik und wir werden daran erinnert, dass wir jemanden über uns haben, und daran, was passiert, wenn wir das vergessen. Was umgekehrt heißt: Weiterlesen

Von den Wassern Babylons aufstehen, der Stadt Bestes suchen (Israel-Gottesdienst)

Liebe Gemeinde,

das Lob Gottes haben wir gesungen und gesungen gehört – und auch die Frage gestellt: Wer wird dieser Gott für uns, wenn wir ihn so loben, ihm danken? Wächst da eine Nähe? Wächst da eine Beziehung? Ehrfurcht? Loyalität aus Dankbarkeit? Vielleicht sogar: Liebe?

Wer Gott dankt und ihn besingt, der wird auf jeden Fall robuster gegen die Wechselfälle des Lebens. Weil er oder sie weiß: Gott ist bei mir. Bei Gott bleibe ich zu Hause, wie unbehaust auch immer ich mich sonst gerade fühle. Bei Gott habe ich meine Heimat. Und bin von ihm eingeladen, ermutigt, in dieser Welt dem Leben zu dienen, wo immer ich bin.

Davon spricht auch die biblische Erzählung, die Weiterlesen

Der Zukunft Tür und Tor öffnen

Liebe Gemeinde,

also, wenn Stefanie und Gisela uns eben was von einem asketischen Leben erzählt haben – asketisch war unser Wochenende bisher nicht wirklich, oder? In ruhiger Einkehr, zurückgezogen, nur wenige Reize, ganz fokussiert auf nur Weniges? Ich würde sagen: das Gegenteil war der Fall!

So dermaßen aktiv und engagiert, wie wir waren! Am Freitagabend hier unsere Podiumsdiskussion. Drei engagierte Gäste diskutieren zu Chancen und Risiken der Digitalisierung, ein engagiertes Team hat diesen Abend ermöglicht und ein engagiertes Publikum hat aufmerksam zugehört und seine Frage gestellt.

Dann gestern hier den ganzen Tag lauter engagierte junge Leute, die den Bandworkshop mitgemacht haben. Zehn Stunden Musik machen, einüben, lernen, wie das alles so geht – im Engagement für die Gemeinde, damit der Musik-Mix bei uns noch bunter werde. Und abends gibt dann auch noch der Shalom-Chor ein Konzert.

Und ich weiß nicht, wer von uns zu denen gehörte, die zu der riesigen Zahl von Demonstranten gestern beigetragen haben. Engagiert dafür, dass unsere Gesellschaft eine offene Gesellschaft bleibt und eine solidarische wieder mehr wird. Zwei von uns haben Carola und ich da auf jeden Fall getroffen.

So viel Engagement, so viel guter Wille, diese Welt Weiterlesen