Essen ist Vertrauenssache, auch beim Brot des Lebens

Liebe Gemeinde,

Johannes hat ein Evangelium geschrieben, das immer wieder mystisch durch die Dinge hindurchschaut. Alles bedeutet noch etwas mehr. Die Wunder Jesu etwa, die heißen bei ihm Zeichen. Wenn Jesus zum Beispiel Brot vermehrt, dann geht es nicht darum, mehr Brot zu haben. Nicht um Lebenskraft für den nächsten Tag, sondern um ewiges Leben ab jetzt.

Vielleicht hätte dem Mystiker Johannes das ja gefallen, wie wir das eben ins Bild gesetzt haben: Der göttliche Logos kommt in die Welt, fällt als Korn in die Erde. Jesus wird geboren, die Ähre wächst. Die Körner werden zu Mehl gemahlen, Jesus gerät in die Mühlen der Justiz, wird zerrieben zwischen den Kräften des Hasses. Das Mehl wird gebacken im heißen Ofen, Jesus stirbt in der Glut seiner Qualen und die Mächte des Bösen werfen ihn in die Hitze der Hölle. Aber dann Ostern, die Hölle konnte das Mehl nicht verbrennen, sondern sie hat es unfreiwillig gebacken zum Brot des Lebens. Weiterlesen

Alles darf sein!

Und eine dritte Erfahrung mit Gott. Ich lese aus dem Buch des Propheten Jeremia – gleichzeitig der Predigttext für heute.

7 HERR, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8 Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9 Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht. (Jer 20,7-9 LUT17) Weiterlesen

Geliebte und erleuchtete Welt

Liebe Gemeinde,

die Geburt eines Kindes [und seine Segnung in diesem Gottesdienst], der Ausbruch des Lichts am ersten Schöpfungstag, 2. Sonntag in der Passionszeit unter dem Motto „Christus will uns durch seine Liebe gewinnen“ – das ist unser Weg bisher durch diesen Gottesdienst. Zeit, das alles jetzt noch mal zusammenzuführen.

Geburt und Schöpfung zum Beispiel, das ist leicht, das liegt nahe. Immer, wenn wir ein neugeborenes Kind in den Armen halten, dann ist da das Gefühl des Anfangs. Und immer verbinden sich auch Gedanken der Zukunft Weiterlesen

Herr, schütze unsere Freundschaft!

Liebe Gemeinde,

„welch ein Freund ist unser Jesus!“, haben wir vorhin gesungen. Was ist das für ein Glück – eine Freundschaft besingen zu können! Keine Selbstverständlichkeit! Manche sagen: heute noch weniger als früher, die Einsamkeit nimmt zu! Das mag sein oder auch nicht. Aber egal: Eine Freundschaft zu haben, die man so besingen kann – was für ein Glück ist das!

Ein Freund, der sich nicht abbringen lässt von seiner Treue. Eine Freundin, die Weiterlesen

Komm, alles ist bereit!

Liebe Gemeinde,

„kommt, alles ist bereit!“ So hat uns am Freitag der Weltgebetstag eingeladen. Und seine Musik dürfen wir heute noch einmal nacherleben. „Kommt, alles ist bereit!“, das konnten wir erleben am Freitag, als wir hier ankamen und die Tische waren gedeckt und der Gottesdienst so wunderbar vorbereitet.

„Kommt, alles ist bereit!“ Auch heute morgen? Auch über diesem Gottesdienst steht diese Einladung. Weiterlesen

Nichts mehr zulassen, alles aufmachen

Liebe Gemeinde,

so viele Weisen, Jesus Christus zu beschreiben. Seine Ich-bin-Worte, die wir eben gehört und gesungen haben. Wort, Wahrheit, Leben, Tür, Hirte, Weinstock – lauter Einladungen, in die Beziehung zu Christus einzutauchen. Zu fragen: Wer bist du für mich, Jesus? Bist du für mich am Ende noch mal etwas ganz anderes, jemand ganz anderes?

Die Ich-bin-Worte – keine Dogmatik, sondern Beschreibungen. Einladungen, Jesus mit unserem Alltag zu verbinden. Umschreibungen dessen, was wir mit ihm erlebt.

Damit aus dem „Ich bin“ wie im Lied unsere Antwort wird: „Du bist“. Ausdruck des Staunens. Wow, das bist du Weiterlesen

Regt! Euch! Ab! – Gelassenheit in der Bibel?

Liebe Gemeinde,

wir können unseren Kindern dieses und jenes mitgeben wollen, welche Haltung wir zu den Dingen des Lebens haben, merken sie meist von alleine. Es lohnt sich also, sich über die eigene Haltung zum Leben klarzuwerden. Auf dem Weg dahin machen wir aber erst mal einen Stopp bei Voltaire.

Voltaire war Philosoph. 18. Jahrhundert. Frankreich. Ein Aufklärer. Einer, der selber denken wollte und sich auch zutraute. Und einer, der sich dabei keine Grenzen auferlegte. Voltaire jedenfalls schrieb eines Tages wieder mal ein kleines Büchlein. In feinstem Französisch. Er brachte das Büchlein zu seinem Verleger. Der Weiterlesen

Entdeckung in der Leere: Jesus Christus!

Liebe Gemeinde,

in so einer großen Lücke finden wir uns selten wieder. Ein klaffendes Loch, in dem wir da stecken. Eine gähnende Leere, die sich vor uns auftut. Etwas haben wir zurückgelassen, und dann gucken wir mal, wo das nächste kommt – und sehen es kaum, so weit ist es entfernt. Eigentlich wissen wir nur, dass es schon noch kommen wird, kommen muss. Der Horizont scheint jedenfalls leer.

„Ähm, von was für einer Lücke spricht er?“ Er spricht von der Riesen-Lücke im Kirchenjahr. Fünf Sonntage vor der Passionszeit! In Zahlen: 5! Weiterlesen

Auf der anderen Seite! OK, sieht jemand den Dornbusch?

Liebe Gemeinde,

letzter Sonntag nach Epiphanias, der Glanz von Weihnachten verlöscht nun wieder ganz. Lichterketten werden weggeräumt, unser Engels-Orchester zuhause verschwindet wieder im Karton und wandert in den Keller zu den anderen Weihnachtssachen. Vielleicht bleibt noch ein kleines Lächeln in der Erinnerung an diese gemütliche Zeit, an schöne Begegnungen, besondere Stimmungen. Aber dieses Nachlächeln wird seltener, je länger Weihnachten zurückliegt.

Epiphanias: glanzvolle Erscheinung. Wie die, die die Jünger in der Lesung miterleben durften [die Verklärung Jesu, Matthäus 17]. Und nicht ganz untypisch: sie fand auf einem Berg statt. Epiphanias: eine Bergerfahrung. Mühsamer Aufstieg, grandiose Aussicht, Erfahrung von Glück und Gelingen. Und dann wieder runter in die Ebene. Und den Glanz mitnehmen in den Alltag. Und dort weiterleuchten lassen.

Unsere drei Jünger hier in der Lesung machten auch die Erfahrung, die jeder in den Bergen macht: Runter geht’s immer. Die Frage ist nur, wie. Weiterlesen

Gott loben, schneller als das Licht (Verabschiedung unserer Kantorin)

Liebe Gemeinde,

ganz erfüllt sind wir noch von unserer Berg-Erfahrung. Von der Erfahrung, Stadt auf dem Berge gewesen zu sein am letzten Sonntag. Bilder, Worte und Töne wurden von hier aus weit hinausgesendet in alle Welt. Bilder, Worte, Töne, die vielen, vielen Menschen gut getan und aufgeholfen haben. Die sie ermuntert haben, nach der Liebe zu suchen, ihr Raum zu geben, in ihnen und um sie herum.

Und heute nun, Wechselbad der Gefühle!, müssen wir eine verabschieden, die maßgeblich an dieser Erfahrung beteiligt war. Viele haben gesagt, wie auch die Musik Weiterlesen