Wie Gott: sich aufmachen für, aufmachen zu

Liebe Gemeinde,

der dreieine Gott lebt in uns und hilft uns, uns aufzumachen. Für die anderen uns aufzumachen, zu den anderen uns aufzumachen. So bekennen es die, die selbst erlebt haben: Gott hat sich für mich geöffnet und er hat sich zu mir aufgemacht.

Das allerdings bewegt nur die, die wissen, wie außergewöhnlich das ist, dass er sich so aufgemacht hat für und zu uns. Die, die sich vielleicht nach Matthäus zu den „geistig Armen“ Weiterlesen

Gottes Geist macht’s möglich: (sich mit)Teilen

Liebe Gemeinde,

Trinitatis, so sagten wir am letzten Sonntag, das bedeutet: Der Glaube soll im Alltag ankommen! Und wir sagten, wir hätten in diesem Jahr 21 Sonntage Zeit, um das im Einzelnen durchzubuchstabieren. Die 21 Sonntage nach Trinitatis eben. Und heute also: der erste davon! Aufbruch in die neue Zeit! Der Geist Gottes in uns! Das heißt: die Kraft Gottes in uns! Wozu wird sie uns die Stärke geben? Was wird jetzt (endlich?) möglich werden? Vielleicht das hier?

Die ganze Gemeinde war ein Herz und eine Seele. Keiner betrachtete etwas von seinem Besitz als ein persönliches Eigentum. Sondern alles, was sie hatten, gehörte ihnen gemeinsam. Mit großer Kraft traten die Apostel als Zeugen dafür auf, dass Jesus, der Herr, auferstanden war. Die ganze Gnade Gottes ruhte auf der Gemeinde. Keiner von ihnen musste Not leiden. Wer Grundstücke oder Gebäude besaß, verkaufte diese und stellte den Erlös zur Verfügung. Er legte das Geld den Aposteln zu Füßen. Davon erhielt jeder Bedürftige so viel, wie er brauchte.

Kann man jetzt natürlich sagen: Das geht ja gut los hier, gleich am ersten dieser Sonntage, mit dieser Bibelgeschichte. Aufbruch in die neue Zeit, der Glaube kommt im Alltag an – ist das schöne Anliegen mit so einer Geschichte nicht gleich wieder dahin? Ich meine: Gütergemeinschaft? Geht’s nicht eine Nummer kleiner? Wie passt die in unseren Alltag? Weiterlesen

Auf dass ankomme in unserem Leben, was wir glauben, damit nicht Leben fehle in der Welt (Trinitatis)

Liebe Gemeinde,

Sonntag Trinitatis. Alle Feste sind gefeiert, Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten – jetzt will gelebt werden, was wir gefeiert haben! Was ich glaube, soll in meinem Leben ankommen. Mit Hilfe dessen, der so mit uns mitgeht, wie es im Wochenspruch heißt:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!

Diese Woche war es wieder mal, wie es manchmal bei mir ist. Ich komme mit meinen Gedanken nicht von einer Sache los und denke zugleich: Jetzt mach mal, du hast noch eine Predigt vorzubereiten! Bis mir dann aufgeht: Das bringt jetzt nichts, warum nimmst du nicht das, was dich beschäftigt, und versuchst, daraus was zu machen?

Also dann: Ist es nicht Weiterlesen

Wir Mobilien Gottes (Pfingsten)

Liebe Gemeinde,

Pfingsten: der heilige Geist, der Geist Jesu, der Gottes in uns. Gott hat in uns Wohnung genommen. Das Pfingstfest macht uns alle zu mobilen Tempeln, zu mobilen Kirchen. Zu Orten der Gottesbegegnung. Denn das ist ein Tempel, eine Kirche: ein Ort der Gottesbegegnung.

Das mit den mobilen Tempeln habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Ich fand das neulich Weiterlesen

Höre mich heraus!

Liebe Gemeinde,

Sonntag Exaudi: „Höre mich!“ Ich weiß nicht, ob das jetzt Küchenlatein ist, aber wegen des ex am Anfang, kann man da wörtlich vielleicht sogar sagen: „Höre mich heraus!“?  Höre mich persönlich aus all den anderen Stimmen, meine mich wirklich mich! Oder Exaudi, höre mich heraus, vielleicht sogar als Kurzform von „Höre mich und hilf mir heraus!“? Weil hören und helfen eins ist bei ihm? Vielleicht auch nur deswegen, weil es meine Hilfe ist, dass er mich hört?

Dass wir gesehen werden, dass wir wahrgenommen werden, dass wir Weiterlesen

Wer betet, wünscht sich, in Verbindung zu bleiben

Liebe Gemeinde,

wer betet, wünscht sich, in Verbindung zu sein.

Damit ist unser Sonntag und sein Predigttext sehr aktuell. Denn auch bei uns geht es darum, in Verbindung zu bleiben. Es ging darum in der Zeit, als keinerlei Kontakt sein durfte. Und es geht auf andere Weise auch jetzt wieder darum, wo Kontakt wieder sehr viel mehr möglich ist.

Als wir alle im shutdown waren, da war klar: Alle saßen wir im selben Boot. Und den wenigen Spielraum, den wir hatten, haben wir, so weit es uns jeweils möglich war, in großer Solidarität genutzt, um auch den Schwächsten die Erfahrung zu schenken, dass sie in gleicher Weise zur Gemeinschaft gehören und dass wir mit ihnen in Verbindung bleiben wollen.

Nun freuen wir uns wieder über mehr Weiterlesen

Kantate – neuer Start, alte Leier? Bitte nicht!

Liebe Gemeinde,

da kommen wir das erste Mal wieder zusammen und es ist Sonntag Kantate! Der Singe-Sonntag! Wie passend! Nach dem großen Hallo vor dem Gottesdienst jetzt gemeinsam singen, überschwänglich, laut, fröhlich! Endlich wieder zusammen! Endlich wieder gemeinsam vor Gott!

Allein: Ja, endlich wieder zusammen, endlich wieder gemeinsam vor Gott. Aber eben nur ein Teil von uns. Und das große Hallo vor dem Gottesdienst fiel aus. Und singen können wir zwar, aber nur fröhlich, nicht laut und überschwänglich. Hygienebestimmungen.

So merken wir: vieles ist besser, aber noch nicht alles ist gut. Wie so oft. Aber deswegen sich nicht freuen? Weiterlesen

Auf dem Weg zur Vollendung 3: Frieden und Feigen

Liebe Gemeinde,

diese Predigt für den heutigen Sonntag war schon fertig. Einmal noch wollten wir miteinander Gottesdienst feiern und dann bis auf weiteres alle Gemeindeveranstaltungen absagen. Dann kam die Nachricht: Alle Versammlungen jetzt schon ab 50 Personen sind verboten. Auch diesen Gottesdienst mussten wir also absagen.

Krise heißt übersetzt Entscheidung. Zeiten der Krise sind Zeiten der Entscheidung. Jeden Tag gilt es sich in einer Krise zu entscheiden: für oder gegen die Hoffnung. Und damit meine Hoffnung eine Hoffnung für alle ist, zugleich: für oder gegen die Liebe.

Deswegen diese Predigt hier gerade jetzt. Hört hinein in euch, in welche Ängste sie spricht; und in welche Versuchungen jetzt, Euch selbst die Nächsten zu sein:

„Auf dem Weg zur Vollendung“ heißt unsere kleine Reihe in dieser Passionszeit. Schlechte Nachrichten hören wir viele, gute selten. Aber wohin geht die Reise wirklich? Die Bibel hat dafür viele Bilder. Es sind Bilder, die uns in die Zukunft Gottes locken wollen. Bilder der Vollendung.

Es sind Bilder, die uns auf eine Reise schicken wollen. Eine innere Reise der Vorfreude Weiterlesen

Steh auf und geh!

Liebe Gemeinde,

Aufsteh-Geschichten also haben wir heute viele gehört. Aufsteh-Geschichten aus Simbabwe, vom Weltgebetstag. Aufsteh-Geschichten aus der Bibel, Aufsteh-Geschichten, an den Jesus beteiligt ist. Und schließlich gehen wir gerade auf die eine große Aufsteh-Geschichte zu, so einzigartig, dass man zur Unterscheidung zwei Buchstaben eingefügt hat und es wurde eine Aufersteh-Geschichte.

Und seitdem gilt: Jede einzelne Aufsteh-Geschichte speist sich aus diesem einen Auferstehen. Denn wie der Apostel im Brief an die Epheser schreibt: Dieselbe Kraft, die Jesus hat  auferstehen lassen, die wirkt nun auch in uns.

Ich weiß gar nicht, wusstest du das? Auferstehungskraft in dir? Neues Leben, neu lebendig werden aus der Kraft des Heiligen Geistes, aufstehen, auferstehen, sich aufmachen in der Kraft Gottes, sein Leben führen nach seinem Wesen und Willen – ich meine, schafft Gottes Kraft das in uns? Weil, Weiterlesen

Passion: Wenn aus Worten Taten werden

Liebe Gemeinde,

Passionszeit, das ist die Zeit, in der wir zusehen können, wie aus Worten Taten werden. Und was mich dabei besonders interessiert: wie aus den Worten Jesu seine Taten werden. Denn wir verkündigen hier Evangelium, gute Nachricht. Nicht blauäugig, ja gefährlich naiv, wie der Tagesspiegel-Kommentator zur Aktion „7 Wochen ohne Pessimismus“ meinte. Sondern regelrecht im aktiven Widerstand gegen Ausgrenzung und Hass.

Aus Worten werden Taten. Die Bibel selbst ist Weiterlesen